Nachrichten und Termine für Handwerker und Gewerbetreibende aus Medizin und Ernährung - News aus den evangelischen und katholischen Landeskirchen, aus dem Vatikan und Gemeinden und Klöstern.

Dienstag, 4. August 2026

Mehr als 1,1 Millionen Euro wurden für den Erhalt von Kirchen aufgewendet

 


Jahresbericht 2025 der Stiftung KiBa erschienen

Hannover (4. August 2026). Mit einer Gesamtsumme von 1,14 Millionen Euro hat die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) im Jahr 2025 bundesweit 103 Projekte gefördert. Das geht aus dem umfangreich illustrierten Jahresbericht hervor, der alle Förderprojekte, die Aktivitäten der Stiftung KiBa und ihre Ein- und Ausgaben im vergangenen Jahr präsentiert.
 
Die Zukunft von Kirchen werde vielerorts neu verhandelt, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Landesbischof Ralf Meister. „Was über Jahrzehnte selbstverständlich schien, steht zur Disposition“, schreibt er im Vorwort des Jahresberichts der von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründeten Stiftung. Das zeigt sich beispielhaft an einer Reportage über die Dorfkirche in Deetz (Landkreis Stendal). Dort wird geschildert, wie die Sanierung einer Kirche gemeinschaftliches Engagement gerade in ländlicher Region nachhaltig beleben kann. Auch der Erhalt der Dorfkirche in Deetz war nicht gewiss. „Nahezu alle Landeskirchen befinden sich in Prozessen der Gebäudebedarfsplanung“, so Landesbischof Ralf Meister. „Lange wurden Kirchen vor allem nach ihrer Funktion für die kirchliche Praxis beurteilt. Heute reicht ihre Bedeutung darüber hinaus“. Auch für die Stiftung KiBa bedeute das: „Jede Förderentscheidung wirft Fragen auf, die sich nicht allein mit Kennzahlen beantworten lassen.“
 
Präsentiert werden auf 114 Seiten außerdem die Menschen, die dahinterstehen: das Team rund um Geschäftsführerin Dr. Catharina Hasenclever im Stiftungsbüro in Hannover, der Vorstand der Stiftung und der Förderverein.
 
Für Einblicke in die antragstellenden Projekte und damit für gute Grundlagen einer Förderentscheidung sorgen 15 Regionalbeauftragte, die im Jahresbericht genannt sind. Ein Kapitel über den „Preis der Stiftung KiBa“ macht anschaulich, wie die Stiftung die immer wichtiger werdende erweiterte Nutzung und Öffnung von Kirchen unterstützt.
 
Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) ist eine Stiftung der EKD und der evangelischen Landeskirchen. Seit 1999 hat sie Zusagen für Sanierungsvorhaben in Höhe von mehr als 42 Millionen Euro geben können. Für dieses Jahr sind bislang Förderzusagen von 1,3 Millionen Euro vorgesehen. 3.400 Mitglieder engagieren sich bundesweit im „Förderverein der Stiftung KiBa e. V.“ Weitere Informationen: www.stiftung-kiba.de


Herausgegeben von der Pressestelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Herrenhäuser Str. 12
30419 Hannover

www.ekd.de




Freitag, 27. März 2026

Christen und Muslime teilen trotz Unterschieden in der Glaubenslehre auch geistliche Berührungspunkte.




27. März 2026 - 
Jahresempfang der Deutschen Bischofskonferenz für die Partnerinnen und Partner im christlich-islamischen Dialog  -  „Dem Frieden Raum geben“.

Zum siebten Mal hat heute der Jahresempfang der Deutschen Bischofskonferenz für die Partnerinnen und Partner im christlich-islamischen Dialog stattgefunden. Rund 120 Gäste folgten der Einladung des Vorsitzenden der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog, Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg), nach Frankfurt am Main. Im Fokus des Empfangs stand die Verantwortung der Religionsgemeinschaften für ein friedliches Zusammenleben – in Deutschland und weltweit.

Eröffnet wurde der Abend mit einem Gebet im Dom St. Bartholomäus. Bischof Meier betonte dabei, dass Christen und Muslime trotz Unterschieden in der Glaubenslehre auch geistliche Berührungspunkte teilen. Er nannte dabei vor allem „das Bewusstsein, dass wir auf eine Wirklichkeit verwiesen sind, die größer ist als wir selbst – auf Gott, den barmherzigen Schöpfer. Im Gebet wenden wir uns an ihn, in unterschiedlichen Formen und Worten, aber mit einer ähnlichen Haltung: in dem Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint; in der Gewissheit, dass wir seiner Vergebung bedürfen und diese auch erlangen können.“ Das Gebet leiste dabei auch einen wirksamen Beitrag zum Frieden: „Gebet ist keine Flucht aus der Verantwortung. Es ist vielmehr eine Schule der Aufmerksamkeit. Wer Versöhnung erlangen will, muss selbst versöhnungsbereit werden. Wer Gerechtigkeit fordert, muss sie im eigenen Handeln verwirklichen. Wer den Frieden erbittet, muss dem Frieden Raum geben. Denn Frieden ist mehr als das Schweigen der Waffen – er beginnt im Herzen der Menschen.“

Beim anschließenden Empfang im Haus am Dom griff Bischof Meier ( i. Bild ) in seiner Eröffnungsansprache das Weltgebetstreffen für den Frieden auf, zu dem Papst Johannes Paul II. vor knapp 40 Jahren nach Assisi eingeladen hatte: „In einer Zeit, in der noch nicht abzusehen war, ob die Großmächte einen Ausweg aus der Logik des Wettrüstens finden würden, kamen in der Stadt des hl. Franziskus die Repräsentanten der großen Religionen zusammen. […] Als gläubige Menschen wissen wir, dass Frieden letztlich immer ein Geschenk Gottes ist. Damit jedoch der Friede, den Gott gibt, in dieser Welt wirksam wird, bedarf es unserer Mitwirkung. […] So war auch die Botschaft des historischen Treffens von 1986 eine zweifache: Wir beten für den Frieden – und wir handeln für den Frieden.“ Mit Blick auf die Lage in Deutschland unterstrich Bischof Meier: „Als Menschen des Dialogs müssen wir daher den Schulterschluss mit all jenen suchen, die das Anliegen teilen, einer Vereinnahmung von Religion durch radikale Kräfte entgegenzuwirken. Und: Wir brauchen echte Solidarität, wenn Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit Anfeindungen und Übergriffe erfahren. Deshalb sage ich in aller Klarheit: Für Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und jede Form der Menschenfeindlichkeit ist in unserer offenen Gesellschaft kein Platz!“

Die Vorsitzende der Christlich-Islamischen Gesellschaft, Dunya Elemenler, fasste in ihrem Grußwort die gemeinsame Aufgabe von Christen und Muslimen wie folgt zusammen: „Nicht nur über Dialog zu sprechen, sondern ihn zu leben. Nicht nur Strukturen zu schaffen, sondern Beziehungen zu stärken. Nicht nur Unterschiede zu benennen, sondern vor allem Vertrauen wachsen zu lassen. Denn am Ende entscheidet sich die Zukunft des interreligiösen Dialogs nicht auf dem Papier, sondern im Miteinander der Menschen. Wenn es uns gelingt, Dialog als echte Beziehungsarbeit zu verstehen und zu leben, dann kann daraus mehr entstehen als Verständigung: nämlich gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen – und vielleicht sogar Freundschaft.“

Wie sich Ressentiments überwinden lassen und sich eine Kultur der Gewaltfreiheit entfalten kann, bildete im weiteren Verlauf des Abends einen Schwerpunkt des Gesprächs zwischen dem katholischen Künstler und Bischof Hermann Glettler (Innsbruck) und dem muslimischen Religionspädagogen und Imam Dr. Abualwafa Mohammed (Wien und Freiburg i. Br.). Beide verbindet eine langjährige Freundschaft. Als wichtige Voraussetzung für gelingende Dialogbeziehungen beschrieb Bischof Glettler eine Haltung der Offenheit: „Fruchtbare Dialoge gelingen nur, wenn wir uns selbst verletzlich machen und uns aus der Sicherheitszone der eigenen Positionen herauslocken lassen – hin zu einer beglückenden Erfahrung des Menschseins.“ Imam Mohammed wiederum bekräftigte: „Jede Art von Dialog lebt von Menschen, die einander wirklich zuhören und begegnen wollen.“ Gleichzeitig warb er für einen Perspektivwechsel, der das Freund-Feind-Denken überwindet: „Wahre Freiheit beginnt dort, wo ein Mensch sich nicht mehr vom Hass, von Angst oder von ideologischen Vereinfachungen bestimmen lässt. Sei es bei Rassisten, Weltverschwörern oder radikalen Islamisten – Hass folgt meist einem dualistischen Weltbild mit demselben Muster: Hier sind die Guten, dort die Bösen. Einen Ausweg gibt es nur, wenn wir versuchen, in jedem einen Menschen zu sehen.“ Bischof Glettler ermutigte dabei die Religionsgemeinschaften auch zu einer selbstreflexiven und veränderungsbereiten Haltung: „Wir können nur dann glaubwürdig für Menschenrechte und eine liberale Demokratie einstehen, wenn wir unsere eigene Geschichte reflektieren und benennen, wo wir die Freiheit von Menschen eher verhindert als gefördert haben. Jede Religionsgemeinschaft und Kirche verliert an Glaubwürdigkeit, wenn sie nicht auch selbst zur inneren Erneuerung bereit ist.“

Bischof Glettler und Imam Mohammed haben im vergangenen Jahr auch ein Buch zu ihren Dialogerfahrungen veröffentlicht. Es trägt den Titel: Nicht den Hass, die Liebe wählen: Ein Bischof und ein Imam über Spuren der Hoffnung in einer verwundeten Gesellschaft.




Bischof Meier fordert deutliches Zeichen der Solidarität


Der aktuelle Krieg im Iran schlägt ein weiteres leidvolles Kapitel in einer Region auf, die ohnehin von Terror und Krieg – insbesondere seit dem 7. Oktober 2023 – tief gezeichnet ist. Die Folgen sind auch für die Menschen im Heiligen Land unmittelbar zu spüren. Die Hoffnung auf Frieden rückt damit einmal mehr in weite Ferne und weicht der Sorge vor einem Flächenbrand, der die gesamte Region zu erfassen droht. Vor diesem Hintergrund rufen die deutschen Bischöfe im Rahmen der jährlichen Kollekte am Palmsonntag (29. März 2026) zur Unterstützung der Christen im Heiligen Land auf. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hoffnung säen“. Dazu schreiben die Bischöfe: „Die andauernde Gewalt im Nahen Osten fordert nicht nur zahllose Menschenleben. Sie reißt auch die ohnehin tiefen gesellschaftlichen Gräben immer weiter auf. Die politische Realität scheint die Hoffnung auf Frieden und Versöhnung erstickt zu haben.“

„Doch inmitten von Resignation und Polarisierung“, so der Aufruf der Bischöfe weiter, „gibt es Juden, Christen und Muslime, die unbeirrt an der Vision eines friedlichen Miteinanders festhalten.“ Die Palmsonntagskollekte leistet dazu einen wichtigen Beitrag: Sie fördert Projekte und Initiativen des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande und der Franziskaner im Heiligen Land, die sich insbesondere in der Dialog- und Versöhnungsarbeit engagieren und so die Hoffnung auf Frieden und eine bessere Zukunft stärken. Wie notwendig derartige Initiativen sind, betont auch der diesjährige Aufruf des Vatikans zur Kollekte für die Christen im Heiligen Land. Viele hätten durch Krieg, Gewalt und das Ausbleiben der Pilger alles verloren. Gerade die Christen, die trotz schwierigster Umstände vor Ort blieben, seien inmitten der Dunkelheit Zeugen der Hoffnung.

Bischof Dr. Bertram Meier, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, unterstreicht die dramatische Lage, in der sich die Christen in der Region befinden: „Unsere Schwestern und Brüder in dieser Weltgegend brauchen heute mehr denn je unser Gebet und unsere Unterstützung. Setzen wir ein deutliches Zeichen der Solidarität am diesjährigen Palmsonntag! Gerne mache ich mir das Wort von Papst Leo XIV. vom vergangenen Sonntag zu eigen, der sagte, dass dieser Konflikt im Nahen und Mittleren Osten ‚ein Skandal für die gesamte Menschheitsfamilie und ein Schrei im Angesicht Gottes‘ sei. Vergessen wir unsere Schwestern und Brüder nicht. Wir sind es ihnen schuldig.“

Hinweise:

Der Aufruf zur Palmsonntagskollekte ist als PDF-Datei unter Aufrufe der deutschen Bischöfe verfügbar.

Die Botschaft des Vatikans zur Heilig-Land-Kollekte finden Sie unter: Appello per la Colletta dei Cristiani in Terra Santa.

Die Kollekte für die Christen im Heiligen Land wird weltweit – allerdings nicht an einem einheitlichen Termin – durchgeführt. In Deutschland findet die Kollekte in allen Gottesdiensten am Palmsonntag statt.


foto https://bistum-augsburg.de/

Hintergrund

Im Jahr 2018 hat die Deutsche Bischofskonferenz zusammen mit ihrer Fachstelle CIBEDO (Christlich-islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle) erstmals zu einem bundesweiten Jahresempfang für die Partnerinnen und Partner im christlich-islamischen Dialog eingeladen. Ziel des Empfangs ist es, unterschiedliche Dialog-Akteure zusammenzubringen, geistliche und theologische Perspektiven der christlich-muslimischen Begegnung zu stärken und ein Zeichen des geschwisterlichen Miteinanders zu setzen. Die Begegnung findet jeweils in zeitlicher Nähe zum Hochfest „Mariä Verkündigung“ statt, das neun Monate vor Weihnachten gefeiert wird (25. März). Maria erfährt als Mutter Jesu sowohl unter Christen als auch unter Muslimen große Wertschätzung und kann deshalb als verbindende Figur zwischen beiden Religionsgemeinschaften gelten.

Verband der Diözesen Deutschlands (VDD), Körperschaft des öffentlichen Rechts, als Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz
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53113 Bonn

Donnerstag, 26. März 2026

Wie Schlaf Schmerz verstärkt – gerade bei Menschen mit chronischen Schmerzen?





26. März 2026 - Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. - Experteninterview mit PD Dr. Walter Magerl vom Institut für Neurophysiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Mannheim

Welche Auswirkungen hat die Zeitumstellung auf Schlafqualität und Schmerzempfinden – gerade bei Menschen mit chronischen Schmerzen?

Dr. Magerl: Die Beziehung von Schmerz und Schlafstörungen ist bidirektional, aber nicht symmetrisch: Schlafstörungen erhöhen die Schmerzempfindlichkeit deutlich stärker, als Schmerzen den Schlaf stören. Die Zeitumstellung wirkt wie ein Social Jetlag, verschlechtert die Schlafqualität und beeinträchtigt die kognitive Leistungsfähigkeit – die Anpassung kann länger als eine Woche dauern. Die negativen Folgen sehen wir unter anderem in Statistiken zu Verkehrsunfällen und in Laborexperimenten mit kontrolliertem Schlafentzug, die zeigen, dass fehlender Schlaf Stimmung, kortikale Plastizität und Lernvermögen spürbar beeinträchtigt.

Wie stark verstärkt schon eine kurze Schlafverkürzung Schmerzen?

Dr. Magerl: Verkürzung des Schlafs auf weniger als sechs Stunden steigert die Schmerzempfindlichkeit und die Wahrscheinlichkeit von Spontanschmerzen am nächsten Tag um etwa 30 Prozent – das entspricht der Größenordnung eines wirksamen Schmerzmedikaments, nur leider in die „falsche“ Richtung. Hinzu kommt: Eine verminderte Schlaflänge reduziert die Fähigkeit, Schmerzen durch Fokussierung auf andere Dinge zu dämpfen; die schmerzmindernde Wirkung von Ablenkung sinkt in Experimenten etwa auf die Hälfte. Diese Effekte belegen große epidemiologische Studien und Querschnittsdaten an mehr als 1.000 Personen, ergänzt durch eigene Schlafentzugsexperimente.

Gibt es Langzeitdaten zu den gesundheitlichen Folgen von verschobenem Tag-Nacht-Rhythmus?

Dr. Magerl: Die Zeitverschiebung durch Umstellung von Sommer- und Winterzeit ist meist ein vorübergehendes Ereignis, an das wir uns in ein bis zwei Wochen anpassen – schwieriger zu erfassen sind deshalb echte Langzeitfolgen. Am aussagekräftigsten sind Daten aus der Schichtarbeit, insbesondere aus Wechselschichten: In dieser Bevölkerungsgruppe treten gravierende kognitive, soziale und körperliche Probleme einschließlich erhöhter Sterblichkeitsraten etwa doppelt so häufig auf wie bei Menschen ohne Schichtarbeit. Dahinter steht, dass Schlaf eine makroskopische Form der inneren Rhythmik ist, die nahezu jedes regulative Subsystem betrifft – von Stress- und
Wachstumshormonen bis zur Tag-Nacht-Rhythmik des Immunsystems.

Welche schlafmedizinischen Maßnahmen können Schmerzen nachweislich lindern?

Dr. Magerl: Schlafhygiene ist zunächst die einfachste präventive Maßnahme, die noch vor der medizinischen Hilfe stehen kann und auch sollte: Dazu gehören unter anderem kein Alkohol oder Koffein am Abend, keine späten Mahlzeiten, ein rechtzeitiges „Herunterfahren“ ohne TV und Social Media, ein kühler, dunkler und ruhiger Schlafraum sowie die Vermeidung von Konfliktgesprächen kurz vor dem Zubettgehen. Gezielte angepasste Medikation kann, bei schon bestehender Schlafstörung stabilisierend sein, was auch in unserem Symposiums zur Sprache kommen wird. Zusätzlich können verhaltenstherapeutische Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (CBT-I) die Schlafqualität verbessern und Studien zeigen, dass gezielte Schlafinterventionen die Schmerzintensität um bis zu 30 Prozent reduzieren können. Allerdings lassen sich bei Patienten mit bereits bestehenden Schlafstörungen die damit verbundenen Schmerzprobleme nicht mehr so gut rückgängig machen.

Welche Rolle spielen Chronotyp und Regelmäßigkeit des Schlafes?

Dr. Magerl: Der entscheidende Parameter für erholsamen Schlaf ist die kumulierte Länge der Tiefschlafphasen und – noch bedeutsamer – auf lange Sicht eine regelmäßige Schlafarchitektur. Große Datensätze wie die der UK Biobank zeigen, dass Personen mit stabilen Schlaf-Wach-Rhythmen ein deutlich geringeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und bestimmte Krebsarten haben, sowie eine damit verbundene geringere Sterblichkeit. Ein einfacher Trick für den Alltag: Günstig ist es, die Schlaflänge so zu planen, dass der Wecker morgens möglichst gerade am Ende eines Schlafzyklus, der jeweils etwa 90 Minuten lang ist, klingelt und uns in einer Phase des leichten Schlafes weckt. Bettzeiten sollten, soweit das im Alltag machbar ist, möglichst mit dem eigenen Chronotyp – Früh-, Normal- oder Spättyp – im Einklang steht.

Ihr wichtigster Tipp – einmal für Patienten, einmal für Fachkreise?

Dr. Magerl: Für Patientinnen und Patienten würde ich sagen: Eine Wunderpille als Allheilmittel gibt es nicht, aber eine größtmögliche Regelmäßigkeit der Lebensführung ist der wirksamste Schutzschirm für guten Schlaf und damit auch für weniger Schmerz. Für Fachkreise ist entscheidend zu verstehen, dass Schlafstörungen sich zunehmend als zentrale moderierende Größe verschiedenster Erkrankungen erweisen – Schmerz ist nur ein Beispiel, hinzu kommen eine erhöhte Stressempfindlichkeit, Stoffwechselstörungen, wie eine erhöhte Anfälligkeit für Diabetes, Störungen der Emotionsregulation, Störungen des Immunsystems bis hin zu einer insgesamt erhöhten Morbidität und Mortalität.

Was erwartet die Teilnehmer in Ihrem Vortrag auf den Deutschen Schmerz- und Palliativtagen?

Dr. Magerl: Im Symposium „DGS trifft Charité: Schmerz und Schlaf – Die bidirektionale Beziehung“ am 20. März um 8:30–10:00 Uhr erläutere ich die neurobiologischen Mechanismen, die Schlaf und Schmerz verknüpfen. Basierend auf großen epidemiologischen Studien, Querschnittsdaten der Harvard-Universität und der UB Biobank, sowie eigenen Schlafentzugsexperimenten zeige ich, wie schwere Schlafstörungen die Schmerzempfindlichkeit steigern, aber eben auch deutlich weiterreichende Folgen haben bis hin zu erhöhten Sterblichkeitsrisiken, wofür, wie neueste Analysen von Daten der UK Biobank bestätigen, eine regelmäßige Schlafarchitektur möglicherweise noch entscheidender ist als nur die Schlaflänge.

>>> Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) <<<

Die DGS ist mit 4.035 Mitgliedern und 121 Schmerzzentren die führende Fachgesellschaft zur Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität von Schmerzpatienten – durch eine bessere Diagnostik und eine am Lebensalltag des Patienten orientierte Therapie. Mit praxisnahen Fortbildungen, Curricula, innovativen Versorgungsmodellen sowie Kongressen wie dem Innovationsforum und den Schmerz- und Palliativtagen vom 19.-21. März im Congress Center Messe Frankfurt/Main fördert die DGS den interdisziplinären Austausch und die Weiterentwicklung der Schmerz- und Palliativmedizin.

Weitere Informationen:

https://www.dgschmerzmedizin.de

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50667 Köln

Schwache Handkraft als Warnsignal für psychische Erkrankungen

 


Die Handgriffstärke ist ein einfaches und verlässliches Verfahren zur Bewertung der Muskelkraft und somit ein etablierter Biomarker für die allgemeine Fitness. Dass die Handkraft bei Menschen mit Depression oder Schizophrenie messbar reduziert ist, war schon länger bekannt. Eine internationale Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Sebastian Walther, dem Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Uniklinikum Würzburg (UKW), zeigt nun jedoch, dass sich die Muskelkraft selbst nach überstandener Depression nicht automatisch normalisiert. Die in JAMA Psychiatry veröffentlichten Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Depressionen bleibende körperliche Spuren hinterlassen – mit möglichen Folgen für Fitness, Therapie und Lebenserwartung.

Der Händedruck ist im sozialen Leben nicht nur eine Höflichkeitsgeste, sondern ein kompaktes Signalpaket. Während es hierbei gar nicht so sehr auf die Kraft ankommt, zählt diese in der Medizin umso mehr. Die Messung der Handgriffstärke ist ein einfaches und kostengünstiges Verfahren zur Bewertung der Muskelkraft. Inzwischen gilt die Handgriffstärke sogar als verlässlicher Biomarker für die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und zunehmend auch für die psychische Gesundheit.

Analyse der Handkraft bei Gesunden sowie bei Menschen mit Schizophrenie, mit Depression und nach überstandener Depression

„Die Handkraft wurde sowohl bei Schizophrenie als auch bei Depressionen als vermindert beobachtet“, sagt Prof. Dr. Sebastian Walther. Der Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Uniklinikum Würzburg (UKW) wollte es genauer wissen. Gibt es Unterschiede? Und wie sieht die körperliche Fitness nach einem Schub aus? Schließlich verlaufen psychische Erkrankungen meistens in Episoden. Nach den akuten Krankheitsphasen sollten die Betroffenen eigentlich wieder an ihre frühere Leistungsfähigkeit anknüpfen können.

Sebastian Walther und ein internationales Team untersuchten in einer Studie mit insgesamt 533 Personen die Handkraft bei psychisch gesunden Erwachsenen, Menschen mit Schizophrenie, Menschen in depressiven Krankheitsphasen sowie Personen mit überstandener Depression.

Veröffentlichung in JAMA Psychiatry – The Science of Mental Health and the Brain

In die Analyse flossen Daten mehrerer Studien der Arbeitsgruppen von Sebastian Walther aus Bern und Chicago ein, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und dem National Institute of Health (NIH) geförderte waren. In allen Studien wurde die identische Methodik verwendet. Das heißt, die Handkraft wurde mit einem elektronischen Manometer in mehreren Versuchen von beiden Händen gemessen. Analysiert wurden die Werte für die jeweils dominante Hand. Die Ergebnisse konnte das Team in der renommierten Fachzeitschrift JAMA Psychiatry veröffentlichen

Niedrige Handkraft der aktuell Depressiven unterschied sich nicht von genesenen Depressiven

Das erste Ergebnis überraschte nicht: Alle Patientinnen und Patienten wiesen eine geringere Handkraft auf als die gesunden Kontrollgruppen. Es gab jedoch Unterschiede zwischen den einzelnen Erkrankungen. Diejenigen mit Schizophrenie hatten eine höhere Handkraft als diejenigen mit Depressionen. Dabei unterschieden sich die aktuell Depressiven nicht von den genesenen Depressiven. „Das hat uns sehr überrascht“, sagt Sebastian Walther. „Wir hatten erwartet, dass Menschen mit einer überstandenen Depression wieder eine normale Handkraft aufweisen.“

Der Psychiater bewertet es als beunruhigend, dass sich die Handkraft bei Menschen nach einer Depression nicht erholt. Schließlich galt die Handkraft in früheren Studien an der Allgemeinbevölkerung als guter Marker für Fitness und Gesundheit.

Echtes Fitnessdefizit und Frühwarnsignal für ein erhöhtes Sterberisiko oder nur eine motorische Steuerungsstörung? 

„Weitere Studien müssen nun klären, ob eine niedrige Handkraft trotz überstandener Depression auf ein echtes Defizit in der Fitness oder lediglich auf fehlende motorische Kontrolle zurückzuführen ist“, sagt Walther. Ein ähnliches Muster fand das Team von Sebastian Walther in einer Meta-Analyse aus dem Jahr 2022 (doi:10.1017/S0033291722000903) zur Menge der Spontanbewegungen: Nach einer depressiven Episode bewegen sich Betroffene weiterhin deutlich weniger als gesunde Kontrollprobanden.

In der aktuellen Studie gab es bei Patienten mit Schizophrenie beispielsweise einen deutlichen Zusammenhang zwischen Handkraft und fehlender Motivation. Die Klärung der Ursache sei laut Walther wichtig, da sie darüber entscheidet, wie die Depression zusätzlich behandelt werden muss. Ein neuromotorisches Steuerungsproblem ist beispielsweise kein direkter Marker für körperlichen Abbau, sondern eher ein Ausdruck einer veränderten Hirn-Körper-Interaktion. In diesem Fall könnte die Behandlung stärker auf Koordinationstraining oder physiotherapeutische Rehabilitation setzen. Ein Fitness-Defizit deutet hingegen auf physische Langzeitfolgen hin. Das heißt, die Depression hinterlässt messbare körperliche Spuren. Das wiederum bedeutet, dass durch gezielte körperliche Interventionen möglicherweise nicht nur die Fitness, sondern auch die Langzeitprognose und die Überlebenswahrscheinlichkeit verbessert werden können. Immerhin verkürzen psychische Erkrankungen wie Depressionen die Lebenserwartung um durchschnittlich zehn Jahre, Schizophrenien sogar um 20 Jahre.

Informationen zur verkürzten Lebenserwartung bei schweren psychischen Erkrankungen: Eine Metaanalyse, die in 2015 Jama Psychiatry veröffentlicht wurde und auf 203 Studien aus 29 Ländern basiert, deutet darauf hin, dass psychische Erkrankungen nicht nur zu Leid und Funktionsverlust im Alltag führen, sondern auch mit einer deutlich erhöhten Gesamtmortalität und einem deutlich reduzierten Lebensalter verbunden sind. Betroffene sterben im Durchschnitt rund zehn Jahre früher als Menschen ohne psychische Erkrankung. Menschen mit Psychosen wie Schizophrenie hatten ein um den Faktor 2,5 erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu gesunden Personen. Bei Patientinnen und Patienten mit Depressionen war die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu sterben, um den Faktor 1,7 erhöht. Faktoren wie körperliche Begleiterkrankungen, Lebensstil, Versorgungslücken und Suizid tragen zu diesem erhöhten Mortalitätsrisiko bei.

Informationen zum Händedruck: Aus evolutionspsychologischer Sicht signalisiert der Händedruck Friedfertigkeit, fördert Vertrauen, leitet Kooperationen ein und zeigt die körperliche Verfassung. Dabei muss der Händedruck noch nicht einmal richtig stark sein. In der der angewandten Kommunikationsliteratur wird ein vollständiger Händedruck dadurch beschrieben, dass die Hand ausreichend geöffnet ist und sich die Daumen-Zeigefinger-Partien berühren.

Aktuelle Publikation: Sofie von Känel, Anastasia Pavlidou, Niluja Nadesalingam, Victoria Chapellier, Melanie G. Nuoffer, Lydia Maderthaner, Alexandra Kyrou, Alexios Malifatouratzis, Florian Wüthrich, Stephanie Lefebvre, Victor Pokorny, Zachary Anderson, Stewart A. Shankman, Vijay A. Mittal, Sebastian Walther. Transdiagnostic Patterns of Grip Strength in Schizophrenia, Current Depression, and Remitted Depression. JAMA Psychiatry. Published Online: March 18, 2026, doi: 10.1001/jamapsychiatry.2026.0144

Zitierte Publikation von 2022: Florian Wüthrich, Carver Nabb, Vijay A. Mittal, Stewart A. Shankman, Sebastian Walther. Actigraphically measured psychomotor slowing in depression: systematic review and meta-analysis. Psychological Medicine. 2022;52(7):1208-1221. doi:10.1017/S0033291722000903


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Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster.




26. März 2026 - Papst Leo XIV. hat heute den bisherigen Bischof von Hildesheim, Dr. Heiner Wilmer SCJ, zum neuen Bischof von Münster ernannt. Er wird die Nachfolge von Bischof em. Dr. Felix Genn antreten, der am 9. März 2025 in den Ruhestand getreten ist. Erst vor wenigen Wochen wurde Bischof Wilmer zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.

Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Michael Gerber, gratuliert dem neuen Münsteraner Bischof und schreibt in einem Brief: „Eine große Aufgabe liegt vor Dir und ich wünsche Dir die Kraft und den Beistand Gottes. Die Teams in Bonn und Münster werden dich tatkräftig unterstützen, damit Du Deine beiden neuen Ämter in guter Weise bewältigen kannst. Ausdrücklich schließe ich auch das Team in Hildesheim mit ein, das ich bei meinen Besuchen dort kennen- und schätzen lernen durfte und das Dich in dieser Phase des Übergangs begleiten wird.“

Es seien bewegte Zeiten für Gesellschaft und Kirche und nun auch für den neuen Bischof von Münster, so Bischof Gerber: „Flächenmäßig ausgedehnt, beherbergt das Bistum Münster nunmehr die größte Zahl von Katholikinnen und Katholiken in Deutschland. Ich bin davon überzeugt: Deine bisherigen Wegstationen haben Dir viel an Kenntnis und Erfahrung für diese neue Aufgabe mitgegeben. Ich wünsche Dir sehr, dass Du die Zeit findest, mit möglichst vielen Menschen zusammenzutreffen und bald in Münster heimisch zu werden.“ Es sei zu erahnen, was die doppelte Aufgabe – ein Bistum neu kennenzulernen und Vorsitzender der Bischofskonferenz zu sein – bedeutet. „Aber ich bin mir sicher, dass Du mit Perspektive und Geschick, mit Positionierung und klaren Worten, mit dem mutigen Blick nach vorne und dem gleichzeitigen Blick für das Ganze die vor Dir liegenden Aufgaben gut bewältigen wirst. Dazu biete ich Dir selbstverständlich meine ganze Unterstützung an. Wer Deine Wortmeldungen und Deine Veröffentlichungen studiert, der stellt fest, dass Dich eine tiefe geistliche Grundhaltung prägt. Das ist ein großer Schatz und ich bin überzeugt: Dies wird Deinen Weg in und mit dem Bistum Münster und mit unserer Bischofskonferenz entscheidend prägen“, so Bischof Gerber. Er fügt in seinem Brief hinzu: „Mit den Menschen zwischen Harz und Nordsee verbinden Dich viele prägende gemeinsame Erfahrungen der vergangenen Jahre. Oft waren es herausfordernde Zeiten, wenn ich an die Bewältigung der Corona-Pandemie denke oder an die Aufarbeitung des Umgangs mit sexuellem Missbrauch. Mit Umsicht und Weitsicht bist Du das angegangen und ich bin mir sicher, dass Du genau mit diesem Blick die Aufgaben angehen wirst.“

Heiner Wilmer wurde am 9. April 1961 in Schapen (Emsland) geboren. Im August 1980 trat er in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester ein und legte 1985 die Ewige Profess ab. Am 31. Mai 1987 wurde Wilmer in Freiburg zum Priester geweiht. Von 1987 bis 1993 studierte er in Rom und Freiburg. Nach verschiedenen Stationen als Referendar und Lehrer in Meppen, Vechta und der New Yorker Bronx wurde er Schulleiter des Gymnasiums Leoninum in Handrup. Von 2007 bis 2015 war Wilmer Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester in Bonn und im Anschluss bis 2018 Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom. Am 6. April 2018 wurde Heiner Wilmer von Papst Franziskus zum 71. Bischof von Hildesheim ernannt, am 1. September 2018 wurde er zum Bischof geweiht und in sein Amt eingeführt. In der Deutschen Bischofskonferenz ist er seit September 2021 Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Er war von 2019 bis 2024 Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wurde am 24. Februar 2026 zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.



Deutsche Bischofskonferenz

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Mittwoch, 7. Januar 2026

Papst zum Dreikönigsfest: „Kriegsindustrie stoppen“.

 



07/01/2026 - Zum Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) hat Papst Leo XIV. eine „realistische Hoffnung“ für die Welt angemahnt. Nach dem Angelusgebet an diesem Dienstag rief er dazu auf, das gesellschaftliche Zusammenleben nach dem Vorbild der Sterndeuter neu zu gestalten und dem „Handwerk des Friedens“ den Vorzug vor der Rüstung zu geben.

Wortlaut: Angelus von Papst Leo XIV.

Trotz des Regens versammelten sich 20.000 Gläubige auf dem Petersplatz, um mit Papst Leo XIV. das Hochfest der Erscheinung des Herrn zu feiern. In seiner Katechese schlug das Kirchenoberhaupt eine Brücke von den biblischen Gaben der Sterndeuter hin zu brennenden sozialen Fragen der Gegenwart. Zuvor feierte der Papst im Petersdom eine Messe und schloss zum Abschluss des Heiligen Jahres der Hoffnung die letzte Heilige Pforte, nämlich jene beim Petersdom.

Die Dynamik der Befreiung

Das Wort „Epiphanie“ bedeute Erscheinung, so der Papst, und diese Erscheinung Gottes in Jesus sei die Quelle einer Freude, die auch in schwierigen Zeiten Bestand habe. „Gott rettet – er hat keine anderen Absichten, er hat keinen anderen Namen“, betonte Leo XIV.. Das göttliche Leben sei in Reichweite gekommen, um Ängste aufzulösen und eine „befreiende Dynamik“ in Gang zu setzen, die den Menschen helfe, einander in Frieden zu begegnen.

Besonders eindringlich sprach der Papst, als er die Geschenke der Sterndeuter – Gold, Weihrauch und Myrrhe – interpretierte. Diese Gaben seien ein Symbol für die Bereitschaft, alles, was man sei und habe, Gott zu übereignen.

„Möge sich anstelle der Kriegsindustrie das Handwerk des Friedens etablieren.“

Mit Blick auf das gerade zu Ende gegangene Heilige Jahr forderte er eine „auf Selbstlosigkeit basierende Gerechtigkeit“. Das Jubiläum enthalte den klaren Aufruf, „das Zusammenleben neu zu gestalten, das Land und die Ressourcen wieder neu zuzuteilen“. Leo XIV. wurde auch noch konkreter: Die Hoffnung müsse realistisch sein und auf Erden Neues entstehen lassen. „Möge anstelle von Ungleichheit Gerechtigkeit herrschen, möge sich anstelle der Kriegsindustrie das Handwerk des Friedens etablieren“, so sein Appell an die Weltgemeinschaft.

Nach dem Gebet des Angelus wandte sich der Papst mit herzlichen Grüßen an verschiedene Gruppen. Ein besonderer Gruß galt den christlichen Gemeinschaften des Ostens (Orthodoxe), die am Mittwoch nach dem julianischen Kalender das Weihnachtsfest feiern. Er wünschte ihnen und ihren Familien „Gelassenheit und Frieden“.

Zudem würdigte er den „Kindermissionstag“. Er dankte allen Kindern weltweit, die für Missionare beten und benachteiligten Altersgenossen helfen: „Danke, liebe Freunde!“


Der Papst grüßte zudem die Teilnehmer des traditionellen historisch-folkloristischen Umzugs, der in diesem Jahr die Kultur Siziliens in den Mittelpunkt stellte, sowie die Teilnehmer des „Zugs der Heiligen Drei Könige“, der zeitgleich in Warschau, vielen polnischen Städten und in Rom stattfand.

Mit einem Segenswunsch für das neue Jahr verabschiedete der Papst die Pilger: „Allen wünsche ich alles Gute für das neue Jahr im Licht des auferstandenen Christus. Alles Gute für alle, ein frohes Fest!“

Mario Galgano - Vatikanstadt
(vatican news)

Heiliges Jahr 2025 in Deutschland offiziell beendet




07.01.2026 - Weihbischof Lohmann schreibt Brief an die Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung.

Mit einem Gottesdienst im Xantener Dom ist am 28. Dezember 2025 offiziell das Heilige Jahr 2025 in Deutschland beendet worden. Papst Franziskus hatte in seinem Einberufungsschreiben für das Heilige Jahr festgelegt, dass dieses an diesem  Tag in den Ortskirchen endet und am 6. Januar 2026 in Rom. Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für das Heilige Jahr, Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), würdigte in seiner Predigt während des Gottesdienstes das besondere Pilgerjahr als großen Erfolg: „Auch wenn die schweren Portale der Patriarchalbasiliken in Rom in wenigen Tagen wieder geschlossen werden, müssen wir unsere Türen und Tore, unsere Herzen und Arme öffnen, um die hoffnungsvolle Botschaft des Evangeliums allen Menschen zu bringen. Wir wollen sie einladen, sich dieser Botschaft anzuschließen, sie anzunehmen und aus ihr heraus das Leben zu gestalten und den Glauben zu vertiefen.“

Mit zahlreichen Veranstaltungen ist das Heilige Jahr in Deutschland begleitet worden. Viele Gläubige haben sich auch an den Jubiläumsfeierlichkeiten in Rom beteiligt. Allein 15 Diözesanwallfahrten waren eigens nach Rom organisiert worden. Dort haben nach Angaben des Vatikans mehr als 32 Millionen Menschen das Heilige Jahr als Pilger begangen, das unter dem Leitwort Pilger der Hoffnung stand. „In Rom ist mir bewusst geworden, wie bereichernd es ist, ‚Weltkirche‘ zu erleben. Gerade den jungen Menschen, die im Heiligen Jahr Rom besucht haben und durch die Heiligen Pforten geschritten sind, hat es gut getan, sich als Gemeinschaft zu erleben und zu erfahren, dass der Glaube trägt und Hoffnung verbreitet in einer komplizierten und mitunter problembeladenen Welt“, so Weihbischof Lohmann. Er fügte hinzu: „Das Heilige Jahr ist beendet. Beendet ist aber nicht unser Auftrag, als ‚Pilger der Hoffnung‘ unseren Weg weiterzugehen, Tore der Gottes- und Nächstenliebe weit aufzumachen und dafür zu sorgen, dass Glaube, Hoffnung und Liebe Säulen sind, die tragen.“ Ausdrücklich forderte der Weihbischof dazu auf, Position zu beziehen: „Stellen wir uns bewusst vor alle Menschen, die Hass, Anfeindung und Ausgrenzung erfahren, geben wir ihnen Sicherheit und Gastfreundschaft, lassen wir sie teilhaben an der Hoffnung, die Christus selber ist.“

Im Gottesdienst schaute Weihbischof Lohmann auch nach vorne, denn Papst Leo XIV. hatte vor wenigen Wochen ein weiteres Heiliges Jahr angekündigt: „Machen wir uns auf zum nächsten Außerordentlichen Heiligen Jahr 2033, wo wir 2000 Jahre Jesu Tod und Auferstehung festlich begehen, und das nicht nur in Rom, sondern auf Wunsch des Papstes auch in Jerusalem. Unsere Pilgerschaft zu diesem weiteren Jubiläum hin soll geprägt sein von der Vertiefung des Glaubens, von der Haltung des Evangeliums und von einer Zeugenschaft, die Menschen anzieht und mitnimmt und ihnen Halt und Orientierung gibt“, so Weihbischof Lohmann.

Mit dem Abschlussgottesdienst des Heiligen Jahres in Xanten veröffentlichte Weihbischof Lohmann gleichzeitig einen Brief an die Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung. Das Dokument versteht sich als Reflexion zum Heiligen Jahr und entwickelt eine Perspektive für den weiteren Weg der Kirche. Es gehe darum, die Fragen der Menschen ernst zu nehmen: „Wir wollen hören, was gedacht wird und welche Vorstellungen Menschen vom Christ- und Kirchesein heute haben. Wir müssen bereit sein, glaubwürdig Konsequenzen aus den Erfahrungen des Missbrauchs in unserer Kirche zu ziehen und mit Vertrauen die synodalen Prozesse in unserem Land und auf Weltebene weitergehen. Mit Gemeinschaft und Teilhabe in der Sendung möchten wir als Kirche Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit zurückgewinnen und für den Dialog auf allen Ebenen verlässlicher Partner sein. Das ist bei allen Um- und Aufbrüchen wichtig“, schreibt Weihbischof Lohmann. Er ist fest überzeugt: „Das Heilige Jahr wirkt länger, als es gedauert hat.“

Deutschen Bischofskonferenz 

Kaiserstraße 161 
53113 Bonn 


Dienstag, 23. Dezember 2025

„In aller Friedlosigkeit der Welt den Frieden suchen und der Ohnmacht die Macht nehmen“

 




Weihnachtsbotschaft der EKD-Ratsvorsitzenden, Bischöfin Kirsten Fehrs


22. Dezember - Weihnachten ist für Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), eine große Friedensgeschichte. „Der Frieden kommt in Gestalt eines kleinen, schutzbedürftigen Kindes in unsere Welt - und eben nicht als Herrscher, Machthaber oder General“, so die Bischöfin. „Gott liebt die Welt und ihre Menschen so sehr, dass er in einem verwundbaren und verletzlichen Wesen mitten in unser Leben kommt. Geboren als kleines Kind, als kleiner Friedensbringer, damit die verwundete Welt in ihrer Traurigkeit und Kriegsnot bitte nicht allein bleibt - sondern Trost und Liebe die Menschen erreicht.“

Der Weg durch die Dunkelheiten der Welt bekäme durch die Weihnachtsgeschichte nicht nur buchstäblich Hand und Fuß, sondern auch eine Perspektive, ermutigt Bischöfin Fehrs: „Dennoch die Schönheit des Lebens feiern, dankbar, aufmerksam. Dennoch in aller Friedlosigkeit der Welt den Frieden suchen, gottestrotzig, hoffnungsstark.“ Dabei könnten wir inmitten all der Kleinigkeiten des Alltags friedenstüchtig werden, „indem wir freundlich miteinander umgehen, uns zuhören, gegenseitig unterstützen, zusammen etwas bewegen zum Wohle aller. In der Familie. In der Nachbarschaft. Am Arbeitsplatz.“ Weihnachten werde dort Wirklichkeit, wo „wir nicht nur uns selbst sehen, sondern auch unsere Mitmenschen und deren Sehnsucht nach Frieden.“

Im Wissen, dass an so vielen Orten der Welt Menschen unter der Abwesenheit von Frieden leiden, gesteht die Ratsvorsitzende ein: „Ehrlicherweise ist unser konkreter Einfluss auf die großen Konflikte und Kriege dieser Welt überschaubar, das Gefühl der Ohnmacht ist schwer zu ertragen.“ Um direkt den entscheidenden Gegenimpuls stark zu machen: „Inmitten von Terror, Angst und Bedrohung kommt aber nun Gottes Menschenliebe und Freundlichkeit zur Welt. Und der Ohnmacht wird die Macht genommen. Alle Logiken der Welt durchkreuzend. Das große, hoffnungstrotzige Dennoch gegen den Hass in der Welt. Auf dass wir den Frieden auf Erden nicht nur ersehnen, sondern fest an ihn glauben.“

Die Weihnachtsbotschaft von Bischöfin Kirsten Fehrs im Wortlaut:

Die Weihnachtsgeschichte ist und bleibt für mich eine Friedensgeschichte. Sie erzählt davon, dass der Frieden in Gestalt eines kleinen, schutzbedürftigen Kindes in unsere Welt kommt - und eben nicht als Herrscher, Machthaber oder General. Gott liebt die Welt und ihre Menschen so sehr, dass er in einem verwundbaren und verletzlichen Wesen mitten in unser Leben kommt. Geboren als kleines Kind, als kleiner Friedensbringer, damit die verwundete Welt in ihrer Traurigkeit und Kriegsnot bitte nicht allein bleibt - sondern Trost und Liebe die Menschen erreicht. So dass sie wieder Mut fassen. Froh werden. Und friedfertig. Ja, friedenstüchtig!

Nicht, dass damit die Welt auf einen Schlag eine andere wäre. Aber der Weg durch ihre Dunkelheiten bekommt Hand und Fuß – und eine Perspektive: Dennoch die Schönheit des Lebens feiern, dankbar, aufmerksam. Dennoch in aller Friedlosigkeit der Welt den Frieden suchen, gottestrotzig, hoffnungsstark. Jeder, wie er kann, jede, soweit es ihr möglich ist. Dennoch Weihnachtsfreude zulassen. Diese Freude ist nämlich nicht nur etwas wunderbar Leichtes. Sie trägt auch einen Widerstand in sich, sich von den vielen Schrecknissen der Welt nicht unterkriegen zu lassen.

Für uns Christinnen und Christen liegt in der Weihnachtsgeschichte der Auftrag, dem Frieden zu dienen. Mit aller Kraft, die wir haben. Und sie zeigt uns, dass Frieden im Kleinen beginnt. Inmitten all der Kleinigkeiten unseres Alltags können wir friedenstüchtig werden, indem wir freundlich miteinander umgehen, uns zuhören, gegenseitig unterstützen, zusammen etwas bewegen zum Wohle aller. In der Familie. In der Nachbarschaft. Am Arbeitsplatz. Weihnachten wird, wenn wir nicht nur uns selbst sehen, sondern auch unsere Mitmenschen und deren Sehnsucht nach Frieden.

Das ist die große Weihnachtshoffnung. Dass uns das kleine Kind in der Krippe die Augen öffnet für all das, was eben auch möglich ist in dieser Welt. Was menschenfreundlich ist und friedlich. Was das Herz erreicht und selig macht. Ehrlicherweise ist unser konkreter Einfluss auf die großen Konflikte und Kriege dieser Welt überschaubar, das Gefühl der Ohnmacht ist schwer zu ertragen. Inmitten von Terror, Angst und Bedrohung kommt aber nun Gottes Menschenliebe und Freundlichkeit zur Welt. Und der Ohnmacht wird die Macht genommen. Alle Logiken der Welt durchkreuzend. Das große, hoffnungstrotzige Dennoch gegen den Hass in der Welt. Auf dass wir den Frieden auf Erden nicht nur ersehnen, sondern fest an ihn glauben. So wie es uns verheißen wurde.

Mit ein wenig mehr Wir-Gefühl und dem Vertrauen auf Gottes Frieden kann es Weihnachten werden. Von Herzen wünsche ich Ihnen ein friedvolles, gesegnetes Weihnachtsfest!

Ihre Bischöfin Kirsten Fehrs

Gottesdienste der Bischöfin an Weihnachten
24.12.2025 // 23:00 Uhr
Christmette im Hamburger Michel
Ort: Hauptkirche St. Michaelis, Englische Planke 1, Hamburg
25.12.2025 // 10:00 Uhr
Festgottesdienst im Dom zu Lübeck
Ort: Dom, Mühlendamm 2-6, Lübeck







Herausgegeben von der Pressestelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Herrenhäuser Str. 12
30419 Hannover

www.ekd.de









Weihnachtsbotschaft aus Betlehem



Es ist seine erste Weihnachtsbotschaft im Amt des Kustos des Heiligen Landes: Der Franziskaner Francesco Ielpo schickt Grüße aus Betlehem, dem Geburtsort Jesu Christi.


In seiner Botschaft, die im Internet veröffentlicht wurde, lädt der Italiener dazu ein, voller Hoffnung auf das Heilige Land zu blicken und um Frieden zu bitten. Ausgangspunkt für Francesco Ielpo sind die berühmten Worte aus dem Kindheitsevangelium bei Lukas: „(Maria) gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe“ (Lk 2,7).

„Jesus wird an einem zufälligen, einem einfachen und unangemessenen Ort geboren: Das frappierende Bild von Weihnachten ist das Kleinsein. Ein Stall wird zur Heimstatt des Unendlichen; die heiligste Liturgie wird auf Stroh gefeiert, während es nach dem Vieh riecht; eine Mutter streichelt, ein Kind weint. Jesus hat keine Angst davor, von neuem hinabzusteigen an den tiefsten Punkt unseres Menschseins, wo Gewalt, Sünde, Schmerz, Tränen und Mühen herrschen.“


Für Jesus zur Wiege werden

Der Kustos weiß, wovon er spricht: Die Lage im Heiligen Land ist trotz des wackeligen Friedens von Gaza düster wie schon lange nicht mehr. Ein Zusammenleben der verfeindeten Gruppen in Israel und Palästina scheint kaum noch vorstellbar, die Mühlsteine des Hasses mahlen unerbittlich.

„Ein weiteres Mal bittet Jesus uns darum, für ihn zur Wiege zu werden – so wie wir sind, mit dem Stroh unserer Unzulänglichkeiten. Er wird in die Krippe gelegt, um zu einem Lebensmittel der Hoffnung für alle Menschen zu werden. Mit dem Blick auf Ihn und in Seiner Nachfolge können wir wieder mit neuer Hoffnung aufbrechen. Im Stall der Menschheit sind wir nicht allein! Jesus wird für uns geboren!“

Der 55-jährige Francesco Ielpo ist seit Ende Juni 2025 Kustos des Heiligen Landes. Die Kustodie ist eine eigene Ordensprovinz der Franziskaner, die seit dem 13. Jahrhundert im Heiligen Land wirken; zu ihrem seelsorgerischen Bereich zählen außer Israel und Palästina auch der Libanon, Jordanien, Syrien sowie die Inseln Zypern und Rhodos.
Gemeinsame Weihnachtsbotschaft

Am Montag hatten die christlichen Konfessionen in Jerusalem eine gemeinsame Weihnachtsbotschaft veröffentlicht. Darin zeigen sie sich erfreut über die derzeitige Waffenruhe im Gaza-Krieg. Sie seien sich aber „voll und ganz bewusst, dass trotz der erklärten Einstellung der Feindseligkeiten weiterhin Hunderte Menschen getötet oder schwer verletzt werden".

„Viele weitere haben gewalttätige Übergriffe auf sich selbst, ihr Eigentum und ihre Freiheiten erlebt – nicht nur im Heiligen Land, sondern auch in den Nachbarländern", so die Patriarchen und Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem. Man wolle dem Beispiel Jesu folgen, der als Mensch zur Welt gekommen sei, „solidarisch mit allen, die leiden und niedergeschlagen sind".

Christen und Menschen guten Willens weltweit fordern die Kirchenführer auf, sich beharrlich für gerechten Frieden einzusetzen.


(vatican news/kna – sk/pr)


Live bei uns: Mit Papst Leo XIV. durch die Weihnachtszeit
Hier ein Überblick über unsere kommenden Live-Übertragungen mit deutschem Kommentar - laufend aktualisiert.




Unsere Übertragungen können Sie ca. 10 Minuten vor der angegebenen Zeit auf unserer Webseite, über unsere Social-Media-Kanäle wie Youtube und Facebook sowie unsere Partnersender verfolgen.




Montag, 22. Dezember, 10.00 Uhr
Weihnachtsempfang für die Römische Kurie aus der Benediktionsaula


Mittwoch, 24., Dezember, Heiligabend, 22.00 Uhr
Christmette mit Papst Leo XIV. aus dem Petersdom



Donnerstag, 25. Dezember, Weihnachten, 10.00 Uhr
Heilige Messe mit Papst Leo XIV. im Petersdom

12.00 Uhr: Mittelloggia des Petersdoms, Segen »Urbi et Orbi«



Freitag, 26. Dezember, Fest des hl. Stephanus, 12.00 Uhr
Angelusgebet mit Papst Leo XIV. vom Petersplatz


Mittwoch, 31. Dezember, Vorabend des Hochfestes der Gottesmutter Maria, 17.00 Uhr
Erste Vesper mit »Te Deum« zum Dank für das vergangene Jahr mit Papst Leo XIV. aus dem Petersdom



Donnerstag, 1. Januar 2026, Hochfest der Gottesmutter Maria und 59. Weltfriedenstag, 10 Uhr
Heilige Messe unter Vorsitz von Papst Leo XIV. aus dem Petersdom


Dienstag, 6. Januar 2026, Hochfest der Erscheinung des Herrn, 9.30 Uhr
Schließung der Heiligen Pforte am Petersdom und Heilige Messe, Ausklang des Heiligen Jahres


(vaticannews - skr)

Mittwoch, 15. Oktober 2025

15. Oktober „Tag des weißen Stockes“ - Warum gerade ältere Menschen Blindenschrift lernen sollten

 


Wer seine Gewürze – hier Paprika – mit Blindenschrift kennzeichnet, kann sie leicht unterscheiden.

15. Oktober 2025. Vor 200 Jahren entwickelte der blinde Teenager Louis Braille die tastbare Blindenschrift, die nach ihm auch „Brailleschrift“ genannt wird – ein Geniestreich und für Generationen blinder Menschen der Schlüssel zu Kommunikation, Bildung, beruflichem Erfolg und Glück. Viele Seniorinnen und Senioren mit Augenerkrankung halten sich jedoch für zu alt, um die Schrift zu erlernen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) weist deshalb darauf hin, dass gerade ältere Menschen enorm vom Erlernen der Blindenschrift profitieren.

Braille zu beherrschen, bringt viele praktische Vorteile mit sich – selbst wenn das Entziffern anfangs etwas Zeit braucht. Mit Punktschriftkenntnissen kann man zum Beispiel selbstständig Medikamentenverpackungen auseinanderhalten. Gewürze, Tees, Dokumente und viele andere Dinge lassen sich eigenhändig mit Blindenschrift kennzeichnen und später leicht erkennen. Angenehmer Nebeneffekt: Wer Dinge derart beschriftet, muss seltener um Hilfe bitten und genießt mehr Privatsphäre. Oft ermöglicht Braille aber auch mehr Gemeinschaft. So können beispielsweise mit Punktschrift gekennzeichnete Spielkarten gemeinsam von Menschen mit und ohne Seheinschränkung genutzt werden.

Auch außerhalb der eigenen vier Wände ist Punktschrift äußerst hilfreich: In Aufzügen lassen sich die richtigen Etagenknöpfe ertasten, an Türen oder Treppengeländern bieten Braille-Schilder Orientierungshilfen. Wer sich im Alter auf diese neue Art des Lesens einlässt, tut zudem aktiv etwas für seine geistige Fitness. Blindenschrift zu lernen, ist in jeglicher Hinsicht ein guter Schritt, um das Leben auch mit einer fortschreitenden Augenerkrankung wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Informationen des DBSV zum Erlernen der Blindenschrift unter: www.dbsv.org/punktum

Auf Initiative des DBSV zählt die "Verwendung und Weitergabe der Brailleschrift in Deutschland" seit März 2020 zum Immateriellen Kulturerbe.

15. Oktober: Internationaler Tag des weißen Stockes

Im Jahr 1964 wurde vom US-Kongress eine Resolution in Kraft gesetzt, die den 15. Oktober zum White Cane Safety Day (übersetzt ungefähr: „Verkehrssicherheitstag des weißen Stockes“) erklärte. Mit seiner umgehenden Proklamation unterstützte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, das Streben blinder Menschen nach mehr Selbstständigkeit.

Der Tag des weißen Stockes entwickelte sich schnell zum weltweiten Aktionstag der sehbehinderten und blinden Menschen. Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens.

Die Woche des Sehens

Bereits zum 24. Mal findet in diesem Jahr die Woche des Sehens statt. Schirmherrin der bundesweiten Aufklärungskampagne vom 8. bis zum 15. Oktober ist die Fernsehjournalistin Gundula Gause. Die Aktionswoche wird getragen vom DBSV, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und der PRO RETINA Deutschland. Unterstützt wird sie zudem von der Aktion Mensch. Weitere Informationen unter: www.woche-des-sehens.de

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

Freitag, 5. September 2025

Papst: Frieden ist kein Slogan - „Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, wir dürfen nicht resignieren!“




04/09/2025 - Vor Mitgliedern eines Friedensnetzwerkes hat Leo XIV. an diesem Freitag für eine authentische Kultur des Friedens geworben. „Frieden steht auf der Tagesordnung der internationalen Staats- und Regierungschefs, er ist Gegenstand globaler Diskussionen, aber leider wird er oft auf einen bloßen Slogan reduziert“, merkte er dabei an.


„Was wir brauchen, ist, den Frieden in unseren eigenen Herzen und in unseren Beziehungen zu pflegen, ihn in unserem täglichen Handeln aufblühen zu lassen, uns für Versöhnung in unseren Familien, unseren Gemeinschaften, unseren Schulen und Arbeitsplätzen, in der Kirche und unter den Kirchen einzusetzen“, schärfte der Papst bei der Audienz am Freitagmittag weiter ein.
Frieden leben und fördern

Er wandte sich auf Italienisch und Englisch an junge Friedensaktivisten verschiedener Herkunft, die sich im Mittelmeerraum im Rahmen des 2023 begründeten Jugend-Mittelmeer-Rates „Consiglio dei Giovani del Mediterraneo“ für Frieden und Geschwisterlichkeit einsetzen. Leo XIV. dankte den jungen Leuten für ihren vielfältigen Einsatz für Solidarität und Geschwisterlichkeit, der sich in lokalen Initiativen und in der Kooperation mit Kirche und Politik niederschlägt.

Der Jugendrat ist eine Frucht eines Bischofs-Mittelmeer-Treffens, das 2022 in Florenz stattfand. Inspirationsfigur für die Berufung des Mittelmeerraumes als Dialog- und Friedensort war der ehemalige katholische Bürgermeister von Florenz und italienische Friedenspolitiker Giorgio La Pira (1904-1977). Er habe Frieden im Mittelmeerraum als „Beginn und fast schon Grundlage für Frieden zwischen allen Nationen der Welt“ gesehen, erinnerte der Papst.
 
Hier zum Hören
Wider das Wettrüsten und die Logik der Unterdrückung



„Diese Vision hat auch heute noch ihre ganze Kraft und prophetische Bedeutung, in einer Zeit, die von Konflikten und Gewalt zerrissen ist, in der das Wettrüsten und die Logik der Unterdrückung die Oberhand über das Völkerrecht und das Gemeinwohl gewinnen“, betonte er. Und er ermutigte die jungen Leute, auf diesem Weg weiterzugehen und nicht zu resignieren.

„Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, wir dürfen nicht resignieren! Und ihr jungen Menschen könnt mit euren Träumen und eurer Kreativität einen wesentlichen Beitrag leisten. Jetzt, und nicht morgen! Denn ihr seid die Gegenwart der Hoffnung!"
Mittelmeer als Zeichen der Hoffnung

Der „Consiglio dei Giovani del Mediterraneo“ wird von der Italienischen Bischofskonferenz gefördert. Wichtige Meilensteine bei der Stärkung des Mittelmeerraumes als Ort von Dialog, Solidarität und Frieden waren die beiden Mittelmeer-Konferenzen von Bari (2020) und Florenz (2022) mit Bischöfen aus der Region. Am Treffen in Bari nahm auch Papst Franziskus teil. Er hob die Aufgabe der Kirchen im Mittelmeerraum hervor, „zerbrochene Beziehungen wiederherzustellen“, Dialog zu führen, Trost zu spenden und eine Willkommenskultur für Flüchtlinge zu fördern.

„Für Gläubige besteht die Zukunft nicht aus Mauern und Stacheldraht, sondern aus gegenseitiger Akzeptanz.“

Leo XIV. rief in seiner Ansprache dazu auf, sich weiter dafür einzusetzen, den Mittelmeer-Raum als „Zeichen der Hoffnung“ und „Kreuzungspunkt der Geschwisterlichkeit“ zu etablieren – nicht als „Grab“, so der Papst wohl mit Verweis auf die zahlreichen Flüchtlinge, die beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, ums Leben kamen und kommen. „Für Gläubige besteht die Zukunft nicht aus Mauern und Stacheldraht, sondern aus gegenseitiger Akzeptanz“, formulierte er und warb für Willkommenskultur und Solidarität.

Absage an Instrumentalisierung von Religion

Der Mittelmeer-Raum sei Ursprungsort großer religiöser Traditionen, ergänzte er weiter. Diese gelte es als „lebendiges Ferment“, als „Quelle des Friedens, der Offenheit, Geschwisterlichkeit und Sorge um die Schöpfung“ weiter zu pflegen. Niemals dürfe Religion allerdings dazu genutzt werden, „um Gewalt und bewaffnete Konflikte zu rechtfertigen“, warnte Leo XIV..

„Wir müssen diese Formen der Blasphemie, die den heiligen Namen Gottes entehren, ablehnen, und zwar durch die Art und Weise, wie wir unser Leben führen. Wir sind aufgerufen, das Gebet und die Spiritualität zusammen mit dem Handeln als Quellen des Friedens und als Begegnungsorte zwischen Traditionen und Kulturen zu pflegen.“
Frieden keimen lassen statt Konflikte befeuern

Ein Friedensstifter zu sein sei „keine leichte Aufgabe“, gab der Papst zu bedenken. Dafür müsse man die „Komfortzone der Ablenkung und Gleichgültigkeit verlassen“. Auch gebe es Gruppen, die ein Interesse daran hätten, Konflikte weiter aufrechtzuhalten, fuhr er fort. Papst Leo ermutigte die jungen Friedensaktivisten dazu, sich trotz solcher Herausforderungen und Widerständen für Solidarität und Frieden einzusetzen:

„Der heilige Charles de Foucauld sagte, dass Gott auch Gegenwinde nutzt, um uns ans Ziel zu bringen“

„Habt keine Angst: Seid Keimzellen des Friedens dort, wo Hass und Groll wachsen; seid Weber der Einheit dort, wo Polarisierung und Feindseligkeit vorherrschen; seid die Stimme derer, die keine Stimme haben, um Gerechtigkeit und Würde zu fordern; seid Licht und Salz dort, wo die Flamme des Glaubens und die Lebensfreude erlöschen. Gebt nicht auf, wenn euch jemand nicht versteht. Der heilige Charles de Foucauld sagte, dass Gott auch Gegenwinde nutzt, um uns ans Ziel zu bringen.“

Anne Preckel - Vatikanstadt
(vatican news – pr)

„Wir unterstützen die Kommunen tatkräftig beim Ausbau der Kinderbetreuung in der Grundschule“



5. September 2025 - 89.720 Euro gehen an die Stadt Pfarrkirchen. - Der Ausbau der Kinderbetreuung für Schülerinnen und Schüler in der Grundschule in Bayern geht voran. Für Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf steht fest: „Der Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ist die entscheidende familien-, sozial-, wirtschafts- und integrationspolitische Aufgabe. Familien sollen die Betreuung erhalten, die am besten zu ihrer Lebensrealität passt, um Familie, Beruf und Pflege zu vereinbaren. Es ist wichtig, dass durch den Neubau eines Kinderhorts an der Grundschule Pfarrkirchen zusätzliche, bestens ausgestattete Betreuungsplätze für Grundschulkinder entstehen. Der Freistaat unterstützt die Kommune dabei mit einer Förderung in Höhe von 89.720 Euro.“

Schon jetzt besucht mehr als die Hälfte der Grundschulkinder in Bayern ein Angebot am Nachmittag – einen Hort, die offene oder gebundene Ganztagsschule oder eine Mittagsbetreuung. Zum Schuljahr 2026/2027 tritt der Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung von Kindern im Grundschulalter schrittweise in Kraft. Ministerin Scharf betont: „Beim Ausbau der Kinderbetreuung auch im Grundschulalter lässt die Staatsregierung die Kommunen nicht allein. Wir unterstützen beim Ausbau der Plätze und der Ausstattung finanziell. Im Landesförderprogramm Ganztagsausbau stehen dafür 461 Millionen Euro bereit.“

Informationen zum Ganztagsausbau in Bayern gibt es unter ganztag.bayern.de.

Bayerisches Staatsministerium für
Familie, Arbeit und Soziales
Winzererstraße 9
80797 München

Dienstag, 11. Februar 2025

Scharf: „Die Zeit zu handeln ist jetzt – Antisemitismus wird immer sichtbarer“



11. Februar 2025 . Wanderausstellung zu Judenhass - Hass schlägt Jüdinnen und Juden auch in unserem Land immer offener entgegen. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Bayern stellt seit letztem Jahr eine gebührenfreie Wanderausstellung zur Verfügung, die über Antisemitismus in Bayern berichtet. Station ist nun bis 7. März im Bayerischen Sozialministerium in München.

Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf betonte: „Die Zeit zu handeln ist jetzt! Antisemitismus wird in unserem Alltag immer sichtbarer, immer gefährlicher, immer bedrohlicher. Die Präventionsarbeit ist wichtiger denn je. Die Ausstellung zeigt, welch erschreckende Ausmaße Antisemitismus annimmt. Sie sensibilisiert hinzuschauen und Zivilcourage zu leben. Es ist wichtig die Wanderausstellung in vielen Städten und Gemeinden in Bayern zu zeigen. Wir schaffen damit Bewusstsein bei den Menschen und machen ganz klar deutlich: In unserer Heimat hat Antisemitismus keinen Platz!“

Die Ausstellung „Antisemitismus in Bayern: Judenhass heute“ von RIAS Bayern beantwortet Grundfragen zum Thema Antisemitismus und zeigt, wie man sich bei der Beobachtung antisemitischer Vorfälle verhalten sollte. Außerdem macht sie auf die Auswirkungen von Judenfeindlichkeit auf Betroffene aufmerksam.

Das Bayerische Sozialministerium fördert RIAS seit Herbst 2018. RIAS fungiert als Meldestelle für antisemitische Vorfälle in Bayern und dokumentiert Vorfälle anonym und bietet Betroffenen praktische Unterstützung an. Die Ausstellung kann in ganz Bayern gebührenfrei gezeigt werden. Weitere Informationen zur Ausstellung, zum Ausleihverfahren und zu den Inhalten sind auf der Homepage zu finden.

Das Foto zeigt; Tobias Eisch, Kurator, Sozialministerin Ulrike Scharf und Dr. Annette Seidel-Arpaci, Leiterin RIAS, bei der Besichtigung der Ausstellung im Bayerischen Sozialministerium.

Fotoquelle: StMAS / Nötel

Bayerisches Staatsministerium für

Familie, Arbeit und Soziales

Winzererstraße 9

80797 München


 

 

Donnerstag, 30. Januar 2025

Auf Gott vertrauen wie der heilige Josef



30-01.2025 - Papst bei Generalaudienz: In seinem Katechesenzyklus zur Kindheit Jesu hat sich Papst Franziskus an diesem Mittwoch mit dem heiligen Josef befasst. Die Gläubigen lädt er ein, den Ziehvater Jesu als Vorbild für Vertrauen, Offenheit und Liebe zu betrachten.




29/01/2025

Generalaudienz vom 29.1.2025: Der Wortlaut

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

„Im Matthäusevangelium betritt Josef als Verlobter Marias die Szene. Für die Juden war die Verlobung eine echte rechtliche Bindung, die auf das vorbereitete, was etwa ein Jahr später geschehen sollte: die Heirat – den Moment, in dem die Frau von ihrem Vater in die Obhut ihres Mannes gegeben wurde, zu ihm zog und bereit war für das Geschenk der Mutterschaft,“ leitete der Papst seine Überlegungen zur Kindheit Jesu aus der Perspektive des heiligen Josef ein.

Doch gerade in diesem Zeitraum habe Josef von der Schwangerschaft Marias erfahren: Eine Situation, die laut Gesetz eigentlich zur Auflösung der Verlobung geführt hätte, so Franziskus weiter. Josef aber habe das Wunder der Mutterschaft der Jungfrau Maria im Vertrauen auf Gott gehorsam angenommen. Und so beschreibe ihn das Matthäusevangelium als einen gerechten und frommen Menschen, der klug handelt, weil er auf die Stimme des Herrn hört.


Ein Blick in die Audienzhalle



Hier Nachhören: Papst Franzziskus bei Generalaudienz: Auf Gott vertrauen wie der heilige Josef (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)

Wörtlich sagte das katholische Kirchenoberhaupt:

„Matthäus bezeichnet Josef als „Gerechten“, als einen Mann, der nach dem Gesetz des Herrn lebt und sich in jeder Lebenslage davon inspirieren lässt. Indem er dem Wort Gottes folgt, handelt Josef klug: Er lässt sich nicht von instinktiven Gefühlen und der Furcht davor übermannen, Maria zu sich zu nehmen.“

Josef, der Gerechte, sei der Schweigsame, der Mann im Hintergrund gewesen. Und die wichtige Rolle, die er im Heilsplan Gottes spielen sollte, sei ihm im Traum kundgetan worden.

„Im Schlaf hört Josef diese Worte: „Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“, zitierte der Papst aus dem Evangelium nach Matthäus und führte aus: „Angesichts dieser Offenbarung fragt Josef nicht nach weiteren Beweisen, er hat Vertrauen. Josef vertraut Gott, er nimmt den Traum Gottes über sein Leben und das seiner Verlobten an. Und so tritt er in die Gnade derer ein, die die göttliche Verheißung mit Glauben, Hoffnung und Liebe zu leben wissen.“

Die Audienzhalle an diesem Mittwoch



„Angesichts dieser Offenbarung fragt Josef nicht nach weiteren Beweisen, er hat Vertrauen. Josef vertraut Gott“

Von Josef sei kein einziges Wort überliefert. Er habe „geglaubt, gehofft und geliebt“, sich nicht durch „Worte im Wind“, sondern „durch konkrete Taten“ ausgedrückt. Und das macht ihn zu einem Vorbild, von dem auch wir lernen können, ganz auf Gott zu vertrauen.

„Liebe Schwestern und Brüder, bitten auch wir den Herrn um die Gnade, mehr zu hören als zu sprechen; die Gnade, Gottes Träume zu träumen und Christus, der vom Augenblick unserer Taufe an in unserem Leben lebt und wächst, verantwortungsvoll anzunehmen,“ so der abschließende Denkanstoß von Papst Franziskus bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch.

(vaticannews – skr)


Auswirkungen von Akupunktur auf die Blutfettwerte - Akupunktur belegte den ersten Platz bei der Senkung der Gesamtcholesterinwerte.




30-01-2025 - Koronare Herzkrankheit: Auswirkungen von Akupunktur auf die Blutfettwerte
DGP – Chinesische Forscher untersuchten die Auswirkungen von Akupunkturbehandlungen auf die Blutfettwerte bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Akupunktur den Gesamtcholesterinwert effektiv senken kann, während Moxibustion signifikant die Triglyceridwerte und das Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-Cholesterin) senkte sowie das High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (HDL-Cholesterin) steigerte.

Dyslipidämie gilt als ein Hauptrisikofaktor für die koronare Herzkrankheit (KHK). Zudem beeinflussen die Blutfettwerte bei KHK-Patienten kardiovaskuläre Ereignisse. Daher ist es wichtig, diese Werte zu überwachen und zu kontrollieren. Als ergänzende Therapie aus der traditionellen chinesischen Medizin soll Akupunktur die Blutfettwerte bei Patienten mit KHK positiv beeinflussen. Desweiteren wird bei der Moxibustion getrockneter Beifuß (Moxa) verbrannt, um bestimmte Akupunkturpunkte zu stimulieren. Wie wirksam diese Ansätze sind, wurde nun in einer Netzwerk-Metaanalyse untersucht.
Traditionelle chinesische Medizin: Akupunktur oder Moxibustion zur Regulierung von Blutfettwerten?

Der systematische Review erfasste relevante Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Web of Science, Embase, Cochrane Library, Medline (Ovid), China Knowledge Network, Wanfang, Vipshop und SinoMed bis zum 7. Januar 2024. 

Die Netzwerk-Metanalyse umfasste randomisierte, kontrollierte Studien über die Auswirkungen akupunkturbezogener Therapien auf die Blutfettwerte bei Patienten mit KHK. Alle Patienten erhielten eine medikamentöse Behandlung, je nach Randomisierung mit oder ohne einer ergänzenden Akupunktur-Methode. Diese umfassten Akupunktur, warme Akupunktur, Moxibustion, Acupoint-Applikation, Magnetpuls-Acupoint und indirekte monkshood-Moxibustion. Bei direkter Moxibustion wird eine kleine Menge brennenden pflanzlichen Materials (Artimisia moxa) direkt auf der Haut platziert, bei indirekter oder „suspended“ Moxibustion wird die Hitze des brennenden Moxa in einem Abstand von 3 – 5 cm von der Hautoberfläche appliziert. Bei indirekter Moxibustion wurde eine Hitze-Sensitivierung an für eine behandelte Erkrankung spezielle Körperstellen beschrieben; bei einer Hitze-sensitivierten Moxibustion wird die Behandlung direkt auf diesen Punkten appliziert. Es wurden die Ergebnisindikatoren von 9 verschiedenen Interventionen verglichen. Die Ergebnisindikatoren umfassten Veränderungen der Gesamtcholesterinwerte, der Triglyceridwerte, der Low-Density-Lipoprotein-Cholesterinwerte (LDL-Cholesterin) sowie der High-Density-Lipoprotein-Cholesterinwerte (HDL-Cholesterin). In der Netzwerk-Metaanalyse schätzten die Autoren die Wirksamkeit der Behandlungsoptionen im Vergleich zueinander mit Hilfe des SUCRA-Rankings ein.
Systematischer Review und Netzwerk-Metaanalyse über 14 Studien mit 1 416 Patienten

Insgesamt wurden 14 Studien mit 1 416 Patienten in die Analyse aufgenommen. Akupunktur reduzierte demnach den Gesamtcholesterin-Spiegel (-1,82; 95 % Konfidenzintervall, KI: -3,36 – -0,28). Hitze-sensitivierte Moxibustion senkte hingegen Triglyzeride (-2,12; 95 % KI: -3,55 – 0,69), LDL-Cholesterin (-1,37; 95 % KI: -2,09 – -0,66) und erhöhte das HDL-Cholesterin (0,87; 95 % KI: 0,52 – 1,22). Diese beiden Interventionen erreichten die obersten Ränge im SUCRA-Ranking und galten somit als die wirksamsten Optionen im Vergleich verschiedener Akupunktur-Ansätze.

Verbesserung der Blutfettwerte bei KHK mit Hitze-sensitivierter Moxibustion

Laut der Studienergebnisse ist demnach Hitze-sensitivierte Moxibustion eine wirksamere ergänzende Intervention zur Regulierung des Blutfettspiegels bei KHK-Patienten als andere Akupunkturbehandlungen. Moxibustion senkte die Triglyzerid- und LDL-Cholesterin-Werte signifikant und erhöhte die HDL-Cholesterin-Werte. Akupunktur belegte den ersten Platz bei der Senkung der Gesamtcholesterinwerte. Einige der eingeschlossenen Studien wiesen jedoch methodologische Einschränkungen auf, weshalb die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden sollten.



Kurz & fundiert


Akupunktur bei koronarer Herzkrankheit (KHK): Effekt auf Blutfettwerte?
Netzwerk-Metaanalyse aus China von 14 Studien mit 1 416 Patienten
Akupunktur senkte signifikant die Gesamtcholesterinwerte
Moxibustion senkte signifikant die Triglyceridwerte und das Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-Cholesterin)
Moxibustion erhöhte das High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (HDL-Cholesterin)
Einige Studien wiesen methodologische Einschränkungen auf

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