07/01/2026 - Zum Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) hat Papst Leo XIV. eine „realistische Hoffnung“ für die Welt angemahnt. Nach dem Angelusgebet an diesem Dienstag rief er dazu auf, das gesellschaftliche Zusammenleben nach dem Vorbild der Sterndeuter neu zu gestalten und dem „Handwerk des Friedens“ den Vorzug vor der Rüstung zu geben.
Wortlaut: Angelus von Papst Leo XIV.
Trotz des Regens versammelten sich 20.000 Gläubige auf dem Petersplatz, um mit Papst Leo XIV. das Hochfest der Erscheinung des Herrn zu feiern. In seiner Katechese schlug das Kirchenoberhaupt eine Brücke von den biblischen Gaben der Sterndeuter hin zu brennenden sozialen Fragen der Gegenwart. Zuvor feierte der Papst im Petersdom eine Messe und schloss zum Abschluss des Heiligen Jahres der Hoffnung die letzte Heilige Pforte, nämlich jene beim Petersdom.
Die Dynamik der Befreiung
Das Wort „Epiphanie“ bedeute Erscheinung, so der Papst, und diese Erscheinung Gottes in Jesus sei die Quelle einer Freude, die auch in schwierigen Zeiten Bestand habe. „Gott rettet – er hat keine anderen Absichten, er hat keinen anderen Namen“, betonte Leo XIV.. Das göttliche Leben sei in Reichweite gekommen, um Ängste aufzulösen und eine „befreiende Dynamik“ in Gang zu setzen, die den Menschen helfe, einander in Frieden zu begegnen.
Besonders eindringlich sprach der Papst, als er die Geschenke der Sterndeuter – Gold, Weihrauch und Myrrhe – interpretierte. Diese Gaben seien ein Symbol für die Bereitschaft, alles, was man sei und habe, Gott zu übereignen.
„Möge sich anstelle der Kriegsindustrie das Handwerk des Friedens etablieren.“
Mit Blick auf das gerade zu Ende gegangene Heilige Jahr forderte er eine „auf Selbstlosigkeit basierende Gerechtigkeit“. Das Jubiläum enthalte den klaren Aufruf, „das Zusammenleben neu zu gestalten, das Land und die Ressourcen wieder neu zuzuteilen“. Leo XIV. wurde auch noch konkreter: Die Hoffnung müsse realistisch sein und auf Erden Neues entstehen lassen. „Möge anstelle von Ungleichheit Gerechtigkeit herrschen, möge sich anstelle der Kriegsindustrie das Handwerk des Friedens etablieren“, so sein Appell an die Weltgemeinschaft.
Nach dem Gebet des Angelus wandte sich der Papst mit herzlichen Grüßen an verschiedene Gruppen. Ein besonderer Gruß galt den christlichen Gemeinschaften des Ostens (Orthodoxe), die am Mittwoch nach dem julianischen Kalender das Weihnachtsfest feiern. Er wünschte ihnen und ihren Familien „Gelassenheit und Frieden“.
Zudem würdigte er den „Kindermissionstag“. Er dankte allen Kindern weltweit, die für Missionare beten und benachteiligten Altersgenossen helfen: „Danke, liebe Freunde!“
Der Papst grüßte zudem die Teilnehmer des traditionellen historisch-folkloristischen Umzugs, der in diesem Jahr die Kultur Siziliens in den Mittelpunkt stellte, sowie die Teilnehmer des „Zugs der Heiligen Drei Könige“, der zeitgleich in Warschau, vielen polnischen Städten und in Rom stattfand.
Mit einem Segenswunsch für das neue Jahr verabschiedete der Papst die Pilger: „Allen wünsche ich alles Gute für das neue Jahr im Licht des auferstandenen Christus. Alles Gute für alle, ein frohes Fest!“
Mario Galgano - Vatikanstadt
(vatican news)
